Warum wir uns manchmal selber im Weg stehen
In us-amerikanischen Polit-Thrillern, die sich um Entführungen des US-Präsidenten mit anschließender Erpressung des Staates oder ähnliche Sujets ranken, fällt zuverlässig irgendwann ein Satz des Kalibers „das Amt des Präsidenten ist wichtiger als die Person, die es gerade ausübt.“
Eine wunderbar schlichte, aber doch ungemein bedeutsame Aussage, weil sie in der Konsequenz bedeutet, dass die Bösewichte den entführten Amtsinhaber ruhig abmurksen können, solange die Würde des jederzeit wieder besetzbaren höchsten Staatsamtes durch das Verbrechen nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.
Bei gut gemachten Filmen platzt in diese Überlegungen dann die treusorgende First-Lady oder der herzzerreißend pubertierende Präsidenten-Nachwuchs herein, um an Stelle des Publikums eine Lanze für den zwar wunderbar sympathischen, in den Augen seines Stabes jedoch vor der großen Leinwand der Staatsräson in seiner hilflosen Lage eher störenden Präsidenten brechen. Wunderbar!
Viele solcher Filme dürften die Menschen, die sich nach Bekanntgabe der Übernahme der Schirmherrschaft für die VIII. Gay Games Cologne 2010 durch den Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle kritisch bis entsetzt geäußert haben, nicht gesehen haben. Oder aber sie haben diese sperrigen staatsrechtlichen Überlegungen ganz schnell wieder verdrängt, weil ihr sonniges Gemüt bei dem Gedanken daran, dass die Trennung von Amt und Person im Extremfall auch zur Preisgabe des Lebens eines Menschen führen kann, Schaden nehmen könnte.
Mich hat es jedenfalls maßlos aufgeregt, als ich lesen musste, was so einige schwul-lesbische Zeitgenossen zur Westerwelle-Schirmherrschaft im Internet zum Besten gegeben haben. (Read on …)
No one can reach me water (oder wie Guido Westerwelle der homosexuellen Bewegung schadet)
Zugegeben, die Überschrift habe ich mir bei Facebook geklaut, aber sie gibt doch in recht trefflicher Weise in nur einem Satz wieder, was das Problem unseres gegenwärtigen Außenminister ausmacht.
Guido Westerwelle ist Vorsitzender der FDP, Außenminister und Vizekanzler der drittgrößten Wirtschaftsmacht der Welt, sehr laut und …. homosexuell.
Viele andere Politiker verstanden bzw. verstehen es, diese (aus meiner Sicht gar nicht mal so diffizile) Reihenfolge einzuhalten, wenn es um ihre Außendarstellung geht.
Herr Westerwelle kann sich da schon schwerer entscheiden, ob er lieber als sehr laut und homosexuell, als seriöser Vizekanzler und Außenminister oder doch lieber als übertrieben zuspitzender FDP-Vorsitzender in die öffentliche Arena steigen soll. (Read on …)
Sind Schwule (noch) zu schwul für diese Welt?
Der Kölner Express vom 11. März 2010 titelt auf der 1. Seite: “Rudi Assauer über schwule Fußballer: “Das funktioniert nicht. Sie sollen sich einen neuen Job suchen!”
Eine interessante Schlagzeile, wie ich finde und daher habe ich mich (entgegen meiner sonstigen Überzeugung) dazu hinreißen lassen, dieses Printmedium zu erwerben, um zu erfahren, was Herrn Assauer dazu bringt, sich so homophob zu äußern. Erst einmal bleibt festzustellen, dass der Express sich der weiteren Ausschlachtung dieses Themas dann doch erst auf Seite 17 widmet. Im weiteren Verlauf fällt auf, dass sich bei mir gar nicht der Eindruck verfestigt, dass Herr Assauer grundsätzlich schwulenfeindlich ist (auch wenn er seinem schwulen Masseur angeraten habe, sich auch einen anderen Job zu suchen), sondern eher um das Wohl der homosexuellen Fußballer besorgt zu sein scheint. (Read on …)